
Die FreiZeitSchule betreibt keine Kunstgalerie im engeren Sinne.
Vielmehr müssen sich Bilder und Plastiken mit den Gegebenheiten im Hause
"arrangieren". Immer wieder wird erlebt, wie der Ort, der "Raum"FreiZeitSchule,
durch die wechselnden Exponate eine qualitative Veränderung erfährt.
Darüber hinaus bieten Ausstellungen die Möglichkeit, die in den
Kursen bearbeiteten Themen durch originales Anschauungsmaterial zu vertiefen.
Und nicht zuletzt geben sie immer wieder den Anstoß, unser Verständnis
für Kunst zu erweitern und unsere eigene Urteilskraft zu stärken.
Mit der Ausstellung 2003 in der Freizeitschule wird eine Farbe
erkennbar, die einem gewissen Grenzbereich des Farbenspektrums angehört. Sie
liegt zwischen den Farben vor dem Licht (Rot, Orange, Gelb) und den Farben
hinter dem Licht (Blau, Violett) und ist von ihrem Wesen atmosphärischer Natur.
Es ist ein helles, transparentes Grün und wird Viridian genannt. Die Farbe,
welche der Edelstein Saphir zeigt, entspricht ihr. In der Atmosphäre entsteht
sie nach einem sonnendurchglänzten Tag, wenn die Sonne gerade untergegangen
ist und das Dunkel der Nacht hereinbrechen will. Unter den Farbpigmenten ist
Schweinfurter Grün etwas zu hell, Chromoxyd aber zu dunkel, zu farbkräftig.
Es gibt vielleicht kein Pigment, das dieser Farbe gänzlich entspricht. Beim
Malen ist es abhängig von den Farben, die in der Nachbarschaft zur Geltung
kommen. Eine besondere Wirksamkeit von Viridian liegt darin, dass diese Farbe
in der Dämmerung, wenn die leuchtenden Farben verblassen, vergrauen, ein eigenes
Leuchten hervorbringt. Auch hier besteht eine gewisse Abhängigkeit von der
Lichtfülle des Tages. Die Ausstellung 2007 versuchte dies zu zeigen.
Im Jahr 2011, im erneuten Abstand von vier Jahren, haben die Ziele ihre Gültigkeit
behalten, die Intentionen aber haben doch eine Wandlung erfahren. Die Ausweitung
der Formate war in den letzten beiden Jahren eine spannende Herausforderung.
Sie ergab sich zunächst nicht als vorgesetzte Intention, sondern eher beiläufig,
manchmal auch wie eine Probe, ob das auch zu schaffen wäre.
Zunächst ging das gut, dann verhärteten sich die Ergebnisse, nun gelingt es
mehr und mehr die freien Ansätze so lange wie möglich ergebnisoffen zu halten.
Der Duktus der Bilder musste sich neu entwickeln, die Aus- spannung der größeren
Farbflächen verlangt nun einen sichereren Blick und konzentriertere Arbeit
und Abschätzung, wann das stimmige Gleichgewicht erreicht ist. In der Farbgebung
kann auffallen, dass die Spektralfarben gleichmäßiger berücksichtigt werden,
in den meisten Bildern spielt Gelb eine wichtige Rolle. Viridiangrün, dieses
feine atmosphärische Grün, ist weiterhin die Farbe, auf welche die übrigen
zu beziehen sind. Eine spannende Aufgabe, besonders in Bezug auf das Gelb.
Beide liegen im gleichen Helligkeitsbereich, doch welch ein Unterschied in
der Aussage!
So haben sich in den vergangenen vier Jahren neue Intentionen ausgebreitet,
die sich dem Auge des Betrachters anbieten und in neuer Betrachtung erschließen
können.
Christian Gerblich
Dauer der Ausstellung 26.9. - 21.11.2011
Vernissage Freitag 14.10.2011 18 Uhr
Katharina Orthmann-Klamm
Einblicke - Ausblicke - Fenster
Meine Bilder entstehen im gestalterischen Prozess
mit dem Ziel, die Freude an Farben, Flächen,
Linien, Strukturen, Texturen sowie Vielschichtigkeit
und Dreidimensionalität auf dem Bildträger sichtbar
werden zu lassen.
Malerische und zeichnerische Elemente werden dabei
aufgegriffen und wieder verworfen.
... Abbilden ... Abdecken ... Zudecken ... Aufdecken
... Übermalen ... Freilassen und ... Wiederholen ...
so entstehen meine Bilder.
Weil ich dieses Spiel endlos wiederholen kann,
ist die Entscheidung "fertig" stets sehr spannend.
Dauer der Ausstellung
30.11.2011 - 13.3.2012
Donnerstag 8.12.2011 18 Uhr Vernissage

